Gutartige Lebertumore

Fokal noduläre Hyperplasie

Die fokal noduläre Hyperplasie (FNH) imponiert in der Bildgebung als gutartiger Tumor, ist aber eigentlich eher als „Anlagestörung“ der Leberzellen zu verstehen - wie Dachziegel die nicht korrekt aufgereiht wurden und so, aus der Ferne betrachtet, ein komisches Bild auf dem Dach ergeben! Die FNH kommt deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern vor und wird meistens als Zufallsbefund entdeckt, da sie meistens keine Beschwerden verursacht. Ein Zusammenhang mit Hormonen (Schwangerschaft / Anti-Baby Pille) konnte nicht gezeigt werden, ebenso wenig eine mögliche Entartung zum bösartigen Tumor.

Entsprechend ist eine chirurgische Entfernung nur sehr selten indiziert. Auf Grund vom charakteristischen Erscheinungsbild, genügen eine oder zwei Bildgebungen von der Leber und machen somit eine Leberbiopsie (Entnahme von Lebergewebe mit einer feinen Nadel) überflüssig. 

Hämangiome

Hämangiome (Blutschwämme) der Leber sind häufige, gutartige Tumore, die wenige Millimeter bis zu über 15cm (Riesenhämangiome) gross werden können. Die allermeisten Hämangiome bleiben ohne Beschwerden und sind somit absolut harmlos. Das Risiko einer spontanen Ruptur oder einer Ruptur auf Grund eines Bauchtraumas ist auch bei sehr grossen Hämangiomen sehr gering. Viele Hämangiome werden als Zufallsbefund entdeckt, zum Beispiel im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung oder einer Computertomographie. Eine Therapie im Sinne einer chirurgischen Leberteilentfernung ist nur bei symptomatischen, rasch wachsenden Hämangiomen gerechtfertigt oder aber bei den Riesenhämangiomen.

Adenome

Adenome sind seltene, gutartige Tumore der Leber, die gehäuft bei jungen Frauen auftreten. Es scheint einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Hormonen (z.B. Anti-Baby Pille) und dem Vorhandensein und Grössenwachstum dieser Tumore zu geben. Im Gegensatz zu anderen gutartigen Lebertumoren können die Leberadenome entarten, das heisst, bösartig werden. Auch Blutungen und Tumorrupturen sind mögliche Komplikationen und treten vor allem bei den grösseren (> 5cm) Tumoren auf. Hat man auf Grund der Bildgebung den Verdacht auf ein Leberadenom, wird meistens eine chirurgische Entfernung angestrebt. In gewissen Situationen können aber auch engmaschige Nachkontrollen indiziert sein. Die Prognose nach kompletter Entfernung vom Adenom ist ausgezeichnet.

Fuchsbandwurm (Echinocuccus mulilocularis / alveolaris)

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit mit dem Fuchs als Hauptwirt. Er kommt ausschliesslich in der nördlichen Hemisphäre vor, wobei er vor allem in der Schweiz, Österreich und in gewissen Gebieten in Deutschland verbreitet ist.

Mit Eiern des Fuchsbandwurmes kontaminierte Heidelbeeren stellen eines der Hauptkontaminationsmöglichkeiten dar. Die charakteristischen Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Blasen), wachsen in das umliegende Gewebe ein und zerstören es somit auch. Eine radikale Chirurgie (ähnlich wie sie bei bösartigen Tumoren angewendet werden muss), ist die einzige Möglichkeit, die Erkrankung definitiv zu heilen. Ist eine Chirurgie nicht möglich, muss eine lebenslängliche medikamentöse Therapie mit Albendazol oder Mebendazol durchgeführt werden.

Hundebandwurm (Echinococcus granulosus)

Wie der Fuchsbandwurm, ist auch der Hundebandwurm ein kleiner Parasit, der zu den Helminthen (Würmer) gehört. Man findet ihn vor allem in Griechenland und an der dalmatinischen Küste. Aber auch ausserhalb dieser Gebiete ist er relativ weit verbreitet. Der Hauptwirt ist der Hund, im Menschen siedeln sich nur die Larven an. Vom Darm aus gelangen die Larven in den Kreislauf und landen häufig in die Leber sowie auch in die Lunge, viel seltener im Bauchfell oder in anderen Organen. In der Bildgebung sieht man die typischen Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Blasen), die über mehrere Jahre hinweg immer grösser werden können. Als Therapie der Wahl, werden die Zysten bei Beschwerden chirurgisch entfernt (z.B Teilentfernung der Leber). Eine medikamentöse Therapie mit Albendazol oder Mebendazol wird eingesetzt, wenn eine Chirurgie nicht möglich oder nicht erwünscht ist.


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