Pfortaderembolisation zur Vergrösserung der Restleber

Beschreibung

Die Behandlung von Tumoren in der Leber erfordert viel Expertise und Erfahrung und wird zunehmend individualisiert geplant und durchgeführt. Früher galten Patienten mit mehreren Tumorherden in beiden Leberhälften häufig als inoperabel. Heutzutage können wir solchen Patienten dank genauer präoperativer Planung und schrittweiser Behandlung einen Ausblick auf Heilung geben. Da jeder Mensch ein Minimum an Lebergewebe braucht um zu überleben (in der Regel ungefähr 1% pro Kilogramm Körpergewicht, das heisst also um 700g für eine 70kg schwere Person), kann nicht einfach beliebig viel Leber entfernt werden in einem Schritt.

Ist also eine grössere Leberresektion geplant, oder zeigt die Leber bereits gewisse Schäden (wie sie bei der Zirrhose vorhanden ist oder nach einer Chemotherapie möglich sein kann), so kann eine sogenannte Pfortaderembolisation notwendig sein. Hierbei wird der linksseitige oder rechtsseitige Hauptpfortaderast (perkutan, das heisst ohne eigentliche Operation, sondern über eine durch die Haut eingeführtes Instrument) interventionell verschlossen. Dies führt zu eine Umverteilung vom Blutfluss durch die Leber zu Gunsten der zu verbleibenden Leberhälfte. Dies wiederum führt innerhalb weniger Wochen zu einem Wachstum der einen Leberhälfte.

In einem zweiten Schritt erfolgt dann die eigentliche chirurgische Entfernung der Leberhälfte mit den Tumorherden. Selten wird erst intraoperativ klar, dass die geplante Leberteilentfernung nicht wie ursprünglich durchgeführt werden kann. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Leber intraoperativ deutlich verfetteter aussieht als es sich aus der präoperativen Bildgebung vermuten lässt. In einer solchen Situation muss ein Strategiewechsel durchgeführt werden. Dies bedeutet häufig, dass man entweder weniger Lebergewebe wegnimmt und dafür dies kombiniert mit anderen Methoden (zum Beispiel die Mikrowellenablation) oder intraoperativ ein Pfortaderast verschliesst und das Lebergewebe entlang der ursprünglich geplanten Trennlinie durchtrennt, aber noch nicht entfernt. Nach 7 - 10 Tagen stationärem Aufenthalt erfolgt dann bei zwischenzeitlich statt gefundenem Wachstum die eigentliche chirurgische Resektion.


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